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    für Ölpflege & Ölreinigung

Beim international tätigen Unternehmen Dehn + Söhne in Neumarkt in der Oberpfalz wird schon seit einigen Jahren die elektrostatische Ölreinigung erfolgreich praktiziert. Instandhaltungsleiter Johann Ehrnsperger hat das Projekt geleitet. Er erklärt im Gespräch mit fluid, was bei einer Umstellung auf die Ölreinigungsart zu beachten ist und welcher Unternehmensnutzen entstehen kann.

Interview von Helmut Winkler, freier Autor für ke NEXT / do / am 18.1.2016

Herr Ehrnsperger, Sie setzen seit einigen Jahren auf die elektrostatische Hydraulikölreinigung. Was kann dieses Filtersystem besser als klassische Filter?

Zusätzlich zu den festen Verunreinigungen entfernt das elektrostatische Reinigungssystem auch Verharzungen, klebrige Schlammpartikel und Reaktionsprodukte aus dem Öl. Die Partikelgröße spielt dabei keine Rolle. Unsere Erfahrungen zeigen, dass dadurch die Regelgenauigkeit der Hydraulik vor allem bei niedrigen Temperaturen erhöht wird.

Zusätzlich wird bei dieser Reinigungsmethode Wasser im Öl rechtzeitig nachgewiesen, was wiederum Rückschlüsse auf den Zustand von Abdichtungen an kühlwasserführenden Komponenten zulässt. Aufgrund dieser Diagnose können Hohlspannzylinder und Wasserkühler rechtzeitig abgedichtet werden.

Die Maschinenverfügbarkeit und die Wartungsfreundlichkeit werden durch die elektrostatische Reinigung deutlich erhöht, weil die Reinigung den Produktionsablauf nicht beeinträchtigt. Das Reinigungsgerät wird im Bypass an den Öltank angeschlossen. Die Ölstandzeit erhöht sich wesentlich und zugleich reduziert sich der Bedarf an Filtermaterial deutlich.

Der Vorteil gegenüber klassischen Filtern liegt in der Wirtschaftlichkeit bei gleichzeitiger Schonung der Umwelt durch weniger Verbrauch des Rohstoffes Öl, da die sonst regelmäßig notwendigen Ölwechsel entfallen.

Bei der elektrostatischen Ölreinigung werden Ölfremdstoffe elektrostatisch aufgeladen und dann über einen Kollektor abgeschieden. Besteht hier nicht die Gefahr, dass dem Öl auch wichtige physikalisch gebundene Additive entzogen werden?

Nein. Bei sporadischen Öl-Untersuchungen in unabhängigen Fremdlabors wurde uns immer eine einwandfreie Sauberkeit und Zusammensetzung der Öle bestätigt. Zu bemerken ist auch, dass im Laufe eines Jahres circa fünf bis zehn Prozent frisches Hydrauliköl aufgrund von beispielsweise Leckagen an beweglichen hydraulischen Bauteilen nachgefüllt werden muss. Durch diese Ergänzung des Hydraulikmediums werden auch Additive zugeführt.

Können Sie durch die elektrostatische Ölreinigung ganz generell auf die physikalische Filtration in ihrem Unternehmen verzichten?

Theoretisch ja. In der Praxis haben wir aber bei den meisten Anlagen die werkseitige Filtration als zusätzliche Sicherheit belassen. Der Grund dafür ist, dass wir das elektrostatische Reinigungsgerät nicht permanent im Bypass angeschlossen haben, weil wir es an mehreren Maschinen einsetzen.

Bei einer plötzlichen Verschmutzung durch ein defektes Ventil oder durch defekte Dichtelemente ist das Hydrauliksystem durch die werkseitig vom Maschinenhersteller installierte Filtration dann optimal geschützt.

Sie haben mit der elektrostatischen Ölreinigung deutlich längere Ölstandszeiten erreicht. Wäre das mit der klassischen Ölfiltration nicht möglich gewesen?

Nein. Bestätigt wird diese Aussage dadurch, dass bei Einführung der elektrostatischen Ölreinigung eine Maschine mit stark verschmutztem Hydrauliköl zum Test und zur Referenz herangezogen wurde. Das Öl war schwarz und mit vielen Schmutzpartikeln verunreinigt und hätte gewechselt werden müssen. Nach der Reinigung war das Öl klar und frei von Partikeln. Das Öl wurde weiter verwendet bis die Maschine ersetzt wurde.

Welchen Nutzen bringt in der Summe die elektrostatische Filtration einem Unternehmen?

Der Nutzen liegt in niedrigeren Betriebskosten, weil Stillstandzeiten und erneute Inbetriebnahme der Anlagen durch einen Ölwechsel nicht anfallen. Der Hydraulikölbedarf und die Altölentsorgung werden deutlich minimiert. Dies ist auch aus ökologischer Sicht für ein Unternehmen sehr wichtig.

Der Verschleiß an Hydraulikpumpen und Ventilen verringert sich spürbar. Die Maschinenverfügbarkeit wird dadurch erhöht und Maschinenausfallzeiten bleiben gering.

Welche Vorgehensweise würden Sie einem Instandhalter empfehlen, damit er mit der elektrostatischen Hydraulikölreinigung genau so glücklich wird wie Sie?

Nach ausführlicher externer Beratung durch Hersteller und Anwender entschlossen wir uns wie folgt vorzugehen, um die Wirksamkeit und in diesem Zusammenhang auch die Wirtschaftlichkeit dieser Methode zu prüfen: Wir nahmen ein Leihgerät und schlossen dieses an einer Maschine mit sehr stark verschmutztem Hydrauliköl an.

Vor und nach der Reinigung erfolgte eine Analyse des Öls. Wir haben von einem unabhängigen Labor das Öl nach der Reinigung bewerten lassen. Das Ergebnis überraschte positiv. Dadurch wurden auch unsere Zweifel beseitigt. Nach Berechnung der Wirtschaftlichkeit und Prüfung der Wirksamkeit erfolgte die Anschaffung des Reinigungsgerätes inklusive des tragbaren Ölprüflabors.

Um das neue Gerät wirtschaftlich einsetzen zu können, legten wir eine Übersicht aller zu reinigenden Hydraulikmaschinen an. In dieser Auflistung wird das Einsatzdatum und die Einsatzzeit für die Reinigung mit Unterschrift und Datum dokumentiert. Damit ist ein geordneter Reinigungsablauf gegeben. Zusätzlich dient ein Formblatt pro Anlage der Dokumentation des Zustandes von Filtermembranen vor und nach der Reinigung. Damit wird die Wirksamkeit des Reinigungsgerätes für jeden Einsatz festgehalten.

Bereits 1995 haben wir mit der elektrostatischen Reinigung von Hydraulikmedien begonnen. Heute reinigen wir mit zwei Geräten insgesamt 35 Maschinen. Unsere Erfahrungen über nun schon 20 Jahre sind durchweg positiv.


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